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Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt (2026)

Von Markus VogtAktualisiert am 14. Januar 20266 Min. Lesezeit

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Wir erklären den Kältekreislauf, JAZ, Stromkosten und BEG-Förderung bis 70 % einfach und mit Zahlen für 2026.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt (2026)
Inhaltsverzeichnis
  1. Das Grundprinzip: ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung
  2. Der Kältekreislauf in vier Schritten
  3. Die drei Wärmequellen: Luft, Erde, Wasser
  4. Luft-Wasser-Wärmepumpe
  5. Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)
  6. Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)
  7. COP und JAZ: die wichtigsten Effizienzkennzahlen
  8. Was eine Wärmepumpe an Strom kostet
  9. Förderung 2026: bis zu 70 Prozent über die BEG
  10. Häufige Missverständnisse
  11. Fazit

Eine Wärmepumpe heizt Ihr Haus, ohne Öl oder Gas zu verbrennen – und das ist kein Marketing-Trick, sondern Physik. Die kurze Antwort auf die Frage, wie eine Wärmepumpe funktioniert: Sie entzieht der Umgebung (der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser) Wärme, hebt diese mit etwas Strom auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie an Ihre Heizung ab. Das Erstaunliche dabei: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Schnitt drei bis vier Kilowattstunden Wärme.

In diesem Ratgeber erklären wir den Kältekreislauf Schritt für Schritt, ordnen die wichtigsten Kennzahlen ein und nennen konkrete Zahlen zu Stromkosten und Förderung für 2026 – Punkte, an denen viele andere Erklärungen vage bleiben.

Das Grundprinzip: ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung

Wer verstehen will, wie eine Wärmepumpe funktioniert, schaut am besten in die eigene Küche. Ein Kühlschrank entzieht den Lebensmitteln im Inneren Wärme und gibt sie über das Gitter an der Rückseite an den Raum ab. Genau dieses Prinzip nutzt die Wärmepumpe – nur in die andere Richtung.

Sie zapft die kostenlose Umweltwärme an, die selbst in scheinbar kalter Winterluft noch reichlich steckt, und verschiebt sie ins Haus. Möglich macht das ein geschlossener Kreislauf mit einem speziellen Kältemittel, das schon bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Der entscheidende Vorteil: Die Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht durch Verbrennung, sondern sie transportiert vorhandene Wärme. Deshalb ist sie so effizient.

Der Kältekreislauf in vier Schritten

Das Herzstück jeder Wärmepumpe ist der Kältekreislauf. Er besteht aus vier Bauteilen und läuft in einer ständigen Schleife ab. So funktioniert eine Wärmepumpe im Detail:

  1. Verdampfen: Im Verdampfer trifft die aufgenommene Umweltwärme auf das flüssige Kältemittel. Weil dieses bereits bei Temperaturen weit unter null Grad siedet, verdampft es sofort und nimmt dabei die Wärmeenergie auf. Aus der Flüssigkeit wird ein kühles Gas.
  2. Verdichten: Der Verdichter (Kompressor) presst das Gas zusammen. Wie bei einer Luftpumpe, die sich beim Pumpen erwärmt, steigt durch den höheren Druck auch die Temperatur stark an. Erst jetzt ist das Kältemittel heiß genug, um ein Haus zu beheizen. Dieser Schritt verbraucht den Strom.
  3. Verflüssigen: Im Verflüssiger (Kondensator) gibt das heiße Gas seine Wärme an das Heizungswasser ab. Dabei kühlt es ab und wird wieder flüssig. Diese Wärme fließt nun in Fußbodenheizung, Heizkörper und Warmwasserspeicher.
  4. Entspannen: Das Expansionsventil senkt den Druck schlagartig. Das Kältemittel kühlt dadurch weiter ab und ist bereit, im Verdampfer erneut Umweltwärme aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Dieser Vorgang läuft – je nach Wärmebedarf – kontinuierlich oder in Intervallen, oft mit einem drehzahlgeregelten Inverter-Verdichter, der seine Leistung stufenlos an den Bedarf anpasst.

Die drei Wärmequellen: Luft, Erde, Wasser

Wärmepumpen unterscheiden sich vor allem darin, woher sie ihre Umweltwärme beziehen. Die Wahl der Quelle beeinflusst Effizienz, Aufwand und Kosten erheblich.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Sie entzieht die Wärme direkt der Außenluft und ist mit Abstand die häufigste Variante. Vorteile: geringe Investitionskosten, keine Genehmigung, schnelle Installation. Nachteil: An sehr kalten Tagen sinkt die Effizienz, weil die Temperaturdifferenz zur gewünschten Vorlauftemperatur am größten ist.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Sie nutzt die konstante Wärme des Erdreichs – entweder über Erdsonden in der Tiefe oder über Flächenkollektoren. Weil die Bodentemperatur ganzjährig stabil bleibt, erreicht diese Variante höhere und gleichmäßigere Effizienzwerte. Dafür fallen Bohrungen, Genehmigungen und höhere Kosten an.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)

Grundwasser hat selbst im Winter rund 8 bis 12 Grad und ist damit die effizienteste Quelle. Voraussetzung sind ein Förder- und ein Schluckbrunnen sowie eine wasserrechtliche Genehmigung – aufwendig, aber lohnend bei passenden Bedingungen.

Typ Wärmequelle Typische JAZ Investition (inkl. Einbau)* Aufwand
Luft-Wasser Außenluft 3,0 – 3,8 15.000 – 27.000 € gering
Sole-Wasser (Erde) Erdreich 3,8 – 4,5 24.000 – 40.000 € hoch (Bohrung)
Wasser-Wasser Grundwasser 4,0 – 5,0 25.000 – 42.000 € hoch (Brunnen)

*Richtwerte 2026 für ein Einfamilienhaus vor Förderung. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Gebäude, Heizlast und Region ab.

COP und JAZ: die wichtigsten Effizienzkennzahlen

Zwei Kennzahlen beschreiben, wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet – und genau hier bleiben viele Erklärungen ungenau.

  • COP (Coefficient of Performance): ein Laborwert, der das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom unter genormten Bedingungen angibt. Ein COP von 4 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Der COP ist eine Momentaufnahme.
  • JAZ (Jahresarbeitszahl): der praxisnahe Wert über ein ganzes Jahr, inklusive kalter Tage, Warmwasserbereitung und realer Betriebsbedingungen. Eine gut geplante Anlage erreicht 2026 eine JAZ von 3 bis 4, Erd- und Grundwasseranlagen liegen oft darüber.

Faustregel: Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ. Eine Fußbodenheizung mit 35 Grad Vorlauf ist deshalb der ideale Partner. Gut gedämmte Gebäude und großflächige Heizkörper verbessern die Effizienz zusätzlich.

Was eine Wärmepumpe an Strom kostet

Die Stromkosten sind die zentrale Frage im Alltag. Sie ergeben sich aus drei Größen: dem Heizwärmebedarf, der JAZ und dem Strompreis. 2026 liegen spezielle Wärmepumpentarife in Deutschland bei rund 28 ct/kWh.

Den Stromverbrauch berechnen Sie so:

Heizbedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch

Bei 15.000 kWh Heizbedarf und einer JAZ von 3,5 ergibt das 15.000 ÷ 3,5 ≈ 4.300 kWh Strom. Bei 28 ct/kWh sind das rund 1.200 Euro pro Jahr.

JAZ Stromverbrauch* Jährliche Stromkosten (28 ct/kWh)
3,0 5.000 kWh ca. 1.400 €
3,5 4.300 kWh ca. 1.200 €
4,0 3.750 kWh ca. 1.050 €

*Beispiel auf Basis von 15.000 kWh Heizwärmebedarf eines Einfamilienhauses.

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kann den selbst erzeugten Strom nutzen und die Kosten weiter senken. Schon eine Differenz von einer halben JAZ-Stufe macht über die Jahre einen vierstelligen Betrag aus – ein Grund, warum sich eine sorgfältige Planung auszahlt.

Förderung 2026: bis zu 70 Prozent über die BEG

Der Einbau einer Wärmepumpe wird in Deutschland 2026 weiterhin über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst. Die Förderbausteine sind kombinierbar:

  • Grundförderung: 30 % – für jeden, der eine alte fossile Heizung gegen eine Wärmepumpe tauscht.
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 20 % – für den frühzeitigen Austausch funktionstüchtiger alter Öl-, Kohle- oder Gasheizungen (selbstnutzende Eigentümer).
  • Einkommens-Bonus: 30 % – für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro pro Jahr.

Die Boni lassen sich auf maximal 70 Prozent kombinieren. Förderfähig sind bis zu 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Im besten Fall reduziert das eine Investition von 27.000 Euro auf einen Eigenanteil von rund 8.100 Euro. Den Antrag stellen Sie über die KfW, idealerweise vor Auftragsvergabe und gemeinsam mit einem Fachbetrieb oder Energieberater.

Häufige Missverständnisse

  • „Wärmepumpen funktionieren im Altbau nicht." Falsch. Entscheidend ist die erreichbare Vorlauftemperatur. Viele Bestandsgebäude lassen sich mit größeren Heizkörpern und kleinen Dämmmaßnahmen problemlos versorgen.
  • „Bei Frost fällt die Heizung aus." Moderne Luft-Wärmepumpen arbeiten bis etwa minus 20 bis minus 25 Grad. Ein Heizstab unterstützt nur in seltenen Spitzen.
  • „Eine Wärmepumpe ist immer laut." Aktuelle Außengeräte liegen bei normalem Betrieb oft unter 50 dB(A) in einem Meter Abstand – vergleichbar mit gedämpfter Gesprächslautstärke.

Fazit

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Im Kern transportiert sie kostenlose Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser über einen Kältekreislauf aus Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil ins Haus – und macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind eine hohe Jahresarbeitszahl, niedrige Vorlauftemperaturen und ein passender Wärmepumpentarif. Mit Stromkosten um 1.200 Euro im Jahr und einer BEG-Förderung von bis zu 70 Prozent ist die Wärmepumpe 2026 für die meisten Häuser nicht nur die klimafreundlichste, sondern auf Dauer auch eine wirtschaftlich überzeugende Heizlösung. Wer den Umstieg plant, sollte früh einen Fachbetrieb einbinden und die Förderung vor Auftragsvergabe beantragen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Wärmepumpe einfach erklärt?+

Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt (Luft, Erde oder Wasser) Wärme, hebt sie über einen Kältekreislauf mit Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil auf ein nutzbares Temperaturniveau und gibt sie an die Heizung ab. Sie arbeitet wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Minusgraden?+

Ja. Moderne Luft-Wärmepumpen arbeiten zuverlässig bis etwa minus 20 bis minus 25 Grad Celsius. Bei sehr tiefen Temperaturen sinkt die Effizienz, ein elektrischer Heizstab kann bei Spitzenlast unterstützen. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen sind davon kaum betroffen.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?+

Bei einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 und 15.000 kWh Heizbedarf benötigt eine Wärmepumpe rund 4.300 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Wärmepumpentarif von etwa 28 ct/kWh sind das rund 1.200 Euro Stromkosten jährlich.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?+

Über die BEG-Förderung sind 2026 bis zu 70 Prozent der Kosten möglich: 30 Prozent Grundförderung, 20 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus und 30 Prozent Einkommens-Bonus. Maximal werden 30.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit angesetzt.

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